Liebe Krippenfreunde!
Die Passion Jesu ist zentrales Thema der Christenheit und bewegt und beschäftigt die Menschheit seit 2000 Jahren.
Neben den gut besuchten Weihnachtskrippenausstellungen, Kursen, Workshops uvm. (den Funktionären sei großer Dank!) nutzen wir nun die Fastenzeit, uns dem Thema des Leidens und Sterbens Jesu zu widmen.
Landesweit laden zeitgenössische Osterkrippen zum Innehalten ein.
- Passionskrippe mit bekleideten Figuren, Pfarre Grafendorf bei Hartberg, erbaut von KBM Waltraude Lechner & Team
- Passionskrippe mit Papier/Sperrholzfiguren, Pfarre Bad Mitterndorf, erbaut von KBM Gerhard Ranner & Team
- Passionskrippe mit Polyresinfiguren, Pfarre Wundschuh, erbaut von Mag. Kurt Schicho
- Passionskrippe mit Polyresinfiguren, Pfarre Haus im Ennstal, erbaut von KBM Adi Barazutti & Team
- Passionskrippe mit Polyresinfiguren, LKH Oststeiermark – Fürstenfeld, erbaut von KBM Waltraude Lechner
Herrn Weihbischof Mag. Johannes Freitag – Diözese Graz-Seckau gilt ein großes „Vergelts Gott“ für den nachstehenden Impuls.
Gesegnete Ostern!
Waltraude Lechner, Landesobfrau
Impuls zur Karwoche für den Verein der Krippenfreunde
Liebe Krippenfreundinnen und Krippenfreunde,
wer die Krippe betrachtet, steht am Anfang einer großen Geschichte.
Wer in der Karwoche vor dem Kreuz verweilt, steht an ihrem äußersten Punkt.
Und doch ist es ein und dieselbe Liebesgeschichte Gottes mit uns Menschen.
Im Evangelium nach Lukas hören wir: „Sie legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.“ (Lk 2,7). Kein Platz – dieses Wort steht am Anfang.
In der Karwoche begegnet uns dasselbe Motiv: Jesus wird hinausgeführt vor die Stadt, verurteilt, ans Kreuz geschlagen. Wieder ist kein Platz. Der Sohn Gottes kommt in die Welt – und wird an ihren Rand gedrängt, verurteilt und für alle sichtbar ans Kreuz geschlagen.
Die Krippe ist aus Holz.
Das Kreuz ist aus Holz.
Zwischen diesen beiden Orten erstreckt sich das Leben Jesu auf Erden. Das Kind liegt ausgestreckt in der Krippe – schutzlos, mit hoffnungsvollem Blick. Der Mann hängt ausgestreckt am Kreuz – schutzlos, mit demütigem Blick. Beide Momente sind durch eine tiefe Einsicht verbunden: Gott rettet nicht durch Macht, sondern durch Liebe, die er uns schenkt.
Für uns als Krippenfreunde bekommt diese Verbindung eine besondere Tiefe. Unsere Krippen sind viel mehr als weichnachtliche Szenen. Sie erzählen Vom Beginn eines Weges, der durch Leiden und Tod hindurch zur Auferstehung führt. Im in Windeln gewickelten Kind in der Krippe schimmert bereits das Geheimnis der Liebe Gottes auf, das zu Ostern seinen Höhepunkt findet. Die Krippe spricht vom kommenden Leben. Das Kreuz öffnet den Weg zum neuen Leben.
Die Karwoche lädt uns ein, diesen Zusammenhang neu zu bedenken. Weihnachten und Karfreitag gehören zusammen und erzählen eine einzige Geschichte des Heils und der Liebe Gottes. Erst im Licht von Ostern verstehen wir beides: Gott wird Mensch und Gott bleibt treu bis zum Äußersten.
Vielleicht dürfen wir in diesen Tagen innerlich unsere Krippen neu betrachten. Vielleicht sehen wir darin nicht nur das Kind, sondern schon die ganze Sendung Jesu. Und vielleicht lassen wir uns neu berühren von der Demut Gottes, der von der Krippe bis zum Kreuz denselben Weg geht: den Weg der Liebe.
Möge diese Karwoche uns alle tiefer hineinführen in das Geheimnis jener Liebe, die in Bethlehem begann und am Ostermorgen als neues Leben aufleuchtet.
Im Gebet verbunden
+ Mag. Johannes Freitag, MBA
Weihbischof der Diözese Graz-Seckau


